Über meinen Weg

Ohne Pferde? Ohne mich!

Ein Leben ohne Pferde war für mich schon mit 8 Jahren undenkbar. Meine Eltern konnten mich jedoch nicht so intensiv unterstützen bei meinem Wunsch nach Reiten und mit Pferden sein. Also nahm ich mein Anliegen selbst in die Hand und flöhte die ganze Gegend nach Pferden durch, fragte jeden erdenklichen Besitzer eines Ponys, ob ich mithelfen dürfe. Schließlich fand ich Anschluss an einen sehr unkonventionellen Ponyhof. Alles war improvisiert, aber von Herzem.

 

Für die Reiter aus den in den Achzigern wie Pilze aus dem Boden schießenden schicken Reitanlagen waren wir Ponymädchen von der "Ranch" kleine Schmuddelkinder, mit denen man nicht spielte. Das machte uns nichts aus, denn wir wollten nicht "In" sein, sondern waren glücklich darüber, dass jede von uns ihr Herzenspony als festes Pflegepony hatte.

 

So verbrachte ich meine Jugend zwischen Ponys, Pferden und Fohlen, manchmal bis zu 40 Tieren. Im Sommer genossen wir das weitläufige Gelände des Hamburger Ostens, im Winter fuhren wir bei Schnee mit unseren Ponys Schlitten. Es hatte ein bisschen was von der Immenhofromantik!

 

Unsere Ehrfurcht galt den Reitern auf den Pferdemessen, die ohne Trense und Sattel ihr Pferd in jede Richtung und jede Gangart reiten konnten. Aufgewachsen ohne Drill und Befehl zum Gehorsam (so wie es vielen Reitschülern der 80ger widerfuhr), konnten wir stets in Kontakt mit unserem eigenen Gefühl zu etwas bleiben. Schon damals habe ich mich bei so manchen Ausrüstungsgegenständen gefragt, ob das nicht irgendwie falsch konzipiert ist. Wieso hatte z.B. eine Satteldecke nicht die Form des Rückens mit Widerrist? Wie kann ein Pferd noch gut atmen, wenn der Sattelgurt bis zum Anschlag angezogen ist? Ist es nicht eigentlich zuerst meine Schuld, wenn das Pferd sperrt? Ist der Sperriemen nicht eigentlich ein Schummelwerkzeug? Und warum sehen die Pferde mit Ausbindern und Hilfszügel so verspannt aus? Warum sah man so selten bei den Freundinnen in der Reitschule ein glückliches, entspanntes Lächeln beim Reiten?

Ein Wandel vollzieht sich in der Pferdewelt

Heute, im Informationszeitalter und im Zeitalter des Umdenkens, werden sehr alte Werte und Reitlehren wieder hervor geholt, Neues gesellt sich dazu, viele Menschen haben sich auf die Suche nach einem wirklich pferdegerechten Weg gemacht, einige Teilen ihr Wissen und ihre Erkenntnisse in Form von Büchern, Vorträgen, Aufklärungskampagnen, wie z.B. Dr. Gerd Heuschmann, Gillian Higgins und viele, viele mehr.

 

Wir Reiter glauben nicht mehr alles, nur weil es jemand laut genug in uns hinein gebrüllt hat. Wir wollen mündig sein, endlich der zweifelnden Stimme in uns erlauben zu sprechen, die so lange mundtot gemacht wurde mit Sätzen wie "Der wirds ja wohl wissen, der ist ja vom Fach!", oder "Du sollst reiten, nicht denken!", oder"Wie kannst Du es wagen, jemanden zu widersprechen, der so erfolgreich ist?"

 

Und wir wollen auch nicht mehr Herstellern glauben müssen, dass ihre Produkte und Erfindungen die Besten im Sinne der Pferde sind - wir wollen die GEWISSHEIT haben, dass es so ist!

Plötzlich auf dem Weg zum Traum: Hobby zum Beruf machen!

Mir erging es genau so auf der Suche nach einem wirklich guten Sattelsystem für ein Pferd mit sehr schierigem Exterieur. Die Versprechen der Hersteller waren verwirrend und gegensätzlich.

 

Im Zuge meiner nächte langen Sattel-Recherchen fand ich im Internet zunächst Equiscan, die Pferderückenvermessung mit dem Topographen. Gebeutelt von den vielen Herstellerversprechen kam mir dieses System gerade recht gelaufen: endlich unabhängig und transparent nachvollziehen können, ob ein Sattel passt! Und zwar auch für den Reiter selbst, nicht nur für den Dienstleister / Sattler. Also ließ ich mich zur Pferderückenvermesserin ausbilden und startete durch im Namen des Lichts-unter-dem-Sattel. Nichts als die nachvollziehbare Wahrheit wollte ich den Reitern bringen.

 

Dass mir so viele verzweifelte, entmutigte Reiter begegnen würden, hatte ich nicht erwartet. Passenden Sätteln begegnete ich hingegen selten. Dafür umso mehr teilweise bereits gravierende Schäden aus den unpassenden Sätteln (mehr zu den Folgen von unpassenden Sätteln hier und über Do-It-Yourself-Passformanalyse hier). Ich traf Reiter, die schon sehr viel Geld (tw. im 5-stelligen Bereich...) für Sättel in den Sand gesetzt hatten. Und der Wiederverkaufswert von gebrauchten Sätteln ist so gering, dass die verantwortungsvollen Reiter hier buchstäblich ihr Geld verbrannten. Außerdem zeigte die Praxis immer wieder, dass die Passformänderungen, die zumeist in der heimischen Werkstatt des Sattlers vorgenommen wurde, in der Praxis nicht so saßen, wie es sein könnte, wenn man einen Sattel direkt am Pferd und in der Bewegung anpassen könnte.

 

Übrig blieben nach vielen Terminen zur Passformanalyse oft 2 Fragen:

 

  1. Wie lassen sich diese Schäden wirkungsvoll und nachhaltig therapieren?
  2. Welches Sattelsystem ist am besten auf den Bewegten Rücken und zugunsten einer frei bewegbaren Schulter konzipiert? Und ist dabei so flexibel in der Anpassung, dass die ewige Sattelkauferei ein Ende findet?

Das HORSE bodyforming tritt in mein Leben

Meine Antwort zu Frage 1 fand ich in Österreich bei Franz Grünbeck. Er entwickelte das HORSE bodyforming. Nachdem ich aus Kreisen von Osteopathen (u.a. von Barbara Welter-Böller) , die das System bereits anwenden, einhellige Zustimmung fand und in einem Seminar zum HORSE bodyforming erstaunliche Erfolge mit eigenen Augen sah, beschloss ich Franz nach Norddeutschland zu holen und ihn dabei zu unterstützen, ein Partnernetz auszubauen. To be continued...



Der Sattel, nach dem ich schon so lange gesucht habe - in einer neuen langen Nacht im Internet fand ich ihn!

Mehr aus Zufall stieß ich als Antwort auf Frage 2 auf das WOW-Sattelsystem. Und zum dritten mal erlebte ich das "DAS ist es!"-Gefühl (wie auch schon bei Equiscan und dem HORSE bodyforming. Das WOW-Sattelsystem ist für mich das fehlende Glied in der Trilogie "Passformanalyse - Rehabilitation - tauglicher Sattel"!

 

Da der Vertrieb in Deutschland zu dieser Zeit noch im Aufbau war, war es zunächst schwierig, an eine Schulung zur WOW-Saddlefitterin zu kommen. Schließlich arrangierten David und Maggie das Schulungskonzept in ein zentrales Konzept um und luden mich umgehend nach England ein. Meine Unterstützung, die Erfolge aus England, Schweden und den Niederlanden auch in Deutschland auf die Füße zu stellen, kam zur richtigen Zeit und hoch willkommen.

 

Ich freue mich, dass ich nun ganz meiner Berufung nach gehen kann: Helfen, Lösungen zu schaffen. Für mich ist das Retailer-Dasein viel mehr, als eine Selbstständigkeit für den Lebensunterhalt, für mich ist es - im Verbund mit der Passformanalyse und dem HORSE bodyforming - ein Unterstützenkönnen, pferdefreundliche Dinge in die Welt zu tragen.

 

(more about me auf meiner anderen Website)