Die "Inside-Story" - Sattelbau, wie ihn Pferde vielleicht betreiben würden

Wenn man einen Sattel mit festem Baum bauen will, ist die Herausforderung darin zu suchen, dass man etwas Starres (der Sattelbaum) mit etwas beweglichem und veränderlichem (der Pferderücken) in Einklang bringen muss.

 

Dynamische Satteldruckanalysen haben gezeigt, dass eine gleichmäßige Gewichtsverteilung des Reiters am besten über einen festen Sattelbaum zu realisieren ist. Doch die klassische Form eines Sattelbaums schränkt die Anpassbarkeit des Sattels ein: Das Verändern der Kammerweite über das mit dem Vorderzwiesel und den Orten (fest) verbundene Kopfeisen übt physikalische Druck oder Zugkräfte auf die Trachten des Baumes aus. Es kommt zu einer Verformung, die sich auf Schwung und Trachtenwinkelung auswirkt. Nur eingeschränkt lässt sich dies über die Polster wieder angleichen. Oft führt diese Einschränkung dazu, dass zum Kauf eines anderen Sattels übergegangen werden muss. 

 

Die Lösung: Ein Y-förmiger Baum aus Carbonfaser. Carbon ist leicht und dabei außerordentlich robust. Die Y-Form stabilisiert den Baum in seiner Längsachse und über die Sitzfläche. Der Sattelkopf jedoch bleibt frei. So können wir dort Kopfeisen jeder beliebigen Größe einsetzen, ohne dass sich an der Dynamik des restlichen Sattelbaumes & Sitzes etwas verändert.

 

Der Y-förmige Carbonfaserbaum stabilisiert den Sattel in der Längsachse, lässt jedoch jede Kopfeisengröße und -Winkelung zu
Der Y-förmige Carbonbaum macht's möglich: Der Pferdekörper bestimmt die Kopfeisenweite! Der Schwung des Baumes verändert sich dabei nicht!
11 verschiedene Kopfeisengrößen, sowie 3 V-förmige Eisen (nicht abgebildet) für besonders schmale Pferde sorgen für Passgenauigkeit für jeden Typ

Ein Y-förmiger Sattelbaum birgt noch mehr Vorteile

Nach dem Einsetzen des Kopfeisens haben wir auch den Sattelkopf stabilisert, so dass der Sattel Führung bekommt und den Widerrist frei hält. Doch wie nachfolgende Animation zeigt, ergibt sich aus der Y-Form ein weiterer Vorteil: Der Sattelkopf kann schwingen. So kann sich die Schulter leicht unter den Sattel bewegen - denn das sollte sie tun können! Bis zu 15 cm. nach hinten bewegt sich eine Pferdeschulter im Extremfall! Hierbei sollte der Sattel sie nicht stören!

Der lateral flexible Kopfbereich des Sattelbaums sorgt für zusätzliche Schulterfreiheit

Y - die Form, die Lösungen zu kniffeligen Problemstellungen schafft

Eine weitere Schwierigkeit bringt die klassische Baumform mit sich: Der Spagat zwischen dem Reiterwunsch nach einer schmalen Satteltaille und der erforderlichen Wirbelsäulenfreiheit. Die schmale Taille kann nur zulasten der Wirbelsäulenfreiheit erzielt werden, indem man die Trachten an der entsprechenden Stelle dichter zusammenrückt.

 

Aufgrund der Y-Form unseres Baumes müssen wir keine Entscheidung zugunsten oder zulasten einer der beiden Parteien fällen. Die Y-Form lässt eine sehr schmale Taille zu und zudem einen Schnitt, der die Oberschenkeladduktoren des Reiters frei hält. Dies ist wichtig, damit der Reiter seine Beine leicht bewegen kann. Druck auf die Adduktoren lähmt die Bewegung der Beine ein Stück weit.

 

Die Ableitung des Reitergewichts auf die Sattelpolster erfolgt über die Ausformung des Sitzes vom Vorder- bis zum Hinterzwiesel und über die Polsterpanels

...mit Platz für die Oberschenkelmuskeln - für einen sicheren, stabilen und tiefen Sitz